Die Musterung!

Es ist Herbst geworden und ich Tobi(as) Moltcheck, fange nach 10 Monaten des Nichtstuns meinen Zivildienst im Kreisklinikum Norden an. Ich habe eigentlich nicht wirklich Lust zu Arbeiten. Aber es wird meiner finanziellen Lage ja nicht schaden, ein wenig für die Patienten da zu sein und ein wenig zu arbeiten.
An einem noch durchaus warmen Herbsttag klingelte mein Handy und ich ging ran: ''Hallo?''
„Grüß dich Tobias! Ich bin's Marc von der Diakonie, ich habe dir einen Termin für deine Musterung besorgt.“
„Ah Hallo, und wann soll der sein?“
„Morgen 08.30Uhr Kreiswehrersatzamt Norden!“
MORGEN? Ich war doch noch gar nicht auf eine Musterung vorbereitet -schluchz-.
Ich hatte schon viele böse Dinge über die Musterung gehört und hatte dementsprechend wenig Lust dazu.
Freitagmorgen 06.30Uhr - der Wecker klingelte. WOW, ich hatte ganze 3 stunden gepennt!
Ich stand auf, machte mich fertig und schon ging es ab zum Bus. Noch nicht einmal einen Kaffee konnte ich vorher trinken. „Nun ja, was soll’s,... erstmal eine Rauchen und seelisch auf die Musterung vorbereiten.“, murmelte ich vor mich hin.
08.15Uhr, ich stand vor dem Kreiswehrersatzamt der Stadt Norden - ein hässliches, altes Haus mit sehr großen Fenstern. Nun ja dann mal los. Ich ging also in das Gebäude,... vor einer total altmodischen Schrankwand saßen zwei Bundeswehrbedienstete. „Guten Morgen“, sagte ich freundlich. „Wie ist ihr Name?“, war die unfreundliche Antwort. „Ähm Tobias Moltcheck“, stammelte ich.
„Nehmen Sie Platz.'' - das tat ich dann auch. WOW, ein grauer großer Raum, wo auch viele total unmotivierte Jungs auf ihre Musterung warteten. Nach einer Weile ging es dann los: „Gehen sie bitte in die Umkleidekabine, ziehen sie sich bis auf die Boxershorts und das T-Shirt aus, und warten sie!“
Das tat ich dann. Marc hatte mir den Tipp gegeben, dass ich eine Badeshorts anziehen solle.
Also warteten wir dann auf die eigentliche Musterung. Nach einer weiteren Ewigkeit kam dann eine junge Frau rein, die mich hinaus bat:„Hier haben sie einen Becher, wir brauchen eine Urinprobe von Ihnen!“ „Alles klar, pinkel ich mal eben den Becher voll. Kein Problem...“. Dann musste ich wieder warten, warten und noch mal warten. So, nun ging es aber wirklich los; Ich wurde in ein Zimmer geführt, wo ein dicker fetter, alter Mann saß, der anscheinend den Arzt ersetzen sollte. Er fragte nach Erkrankungen in meiner Familie, ich sagte natürlich „Nein“, weil ich ja meinen Zivildienst machen wollte. Mein erste Aufgabe: „Versuchen Sie bitte mal mit ihren Fingern ihre Füße zu berühren ohne die Beine einzuknicken“ - Scheiße! Ich bin doch total ungelenkig. Ich kam schon viel weiter als ich dachte: Fast bis an meine Füße, als dieser fette Mann anfing mich runter zu drücken und frech sagte: „Du bist aber ungelenkig!“ - HASS! Dieses Fette Schwein, was wohl nicht mal mehr seine Füße sehen konnte, wollte mir doch tatsächlich sagen, dass ich ungelenkig sei?! Der hatte sie wohl nicht mehr alle! Nun ja, das Ende von allem war, dass ich T2 gemustert wurde. Was das heißt? - Zu schlecht für Alles, zu Gut zum Ausmustern - Kanonenfutter eben. Ich war glücklich und zischte ab.
(c) by SchaddieH & SchaddieH

18.1.09 22:47

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